{"id":1200,"date":"2019-09-09T13:25:10","date_gmt":"2019-09-09T13:25:10","guid":{"rendered":"http:\/\/krain.de\/?page_id=1200"},"modified":"2019-09-09T13:30:17","modified_gmt":"2019-09-09T13:30:17","slug":"interview-von-chris-weidler","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/krain.de\/?page_id=1200","title":{"rendered":"Interview von Chris Weidler"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\">Original: <a href=\"http:\/\/www.fantasyguide.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fantasyguide.de<\/a><\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Journalist, Autor, Webmaster und Verleger, Guido Krain zeichnet sich durch seine Vielf\u00e4ltigkeit aus und hat mit seinem Roman &#8222;Elfenmond&#8220; die Leser f\u00fcr sich gewonnen. Mit seinem neuen Roman &#8222;Cvon&#8220; findet nun die Welt von Elfenmond seine Fortsetzung und ein spannende und fantastische Geschichte zieht auf&#8217;s Neue die Leser in seinen Bann. Hier nun ein paar Antworten von Guido Krain auf unsere Fragen:<\/p>\n<p>Guido, es w\u00fcrde uns freuen wenn du dich unseren Lesern einmal kurz vorstellen w\u00fcrdest.<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Das nenne ich eine offene Frage. Mein Name ist Guido Krain, ich bin 32 Jahre alt und arbeite hauptberuflich als Journalist und freier Autor. Au\u00dferdem habe ich die Autorenvereinigung Fantasy-Buch.de gegr\u00fcndet und auch unseren ersten Roman &#8222;Elfenmond&#8220; geschrieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Seit dem Erscheinen deines Romanes &#8222;Elfenmond&#8220; sind zwei Jahre vergangen. Wenn du auf die letzten zwei Jahre zur\u00fcckblickst, gab es f\u00fcr dich als Autoren aufgrund von &#8222;Elfenmond&#8220; starke Ver\u00e4nderungen?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Ich f\u00fchle mich &#8222;gehetzter&#8220; als vorher. Mit dem Erscheinen von Elfenmond hat ein schwer zu erkl\u00e4render Druck eingesetzt, m\u00f6glichst bald, mehr und noch besser zu schreiben. Der Druck kam teilweise von aussen, aber in noch gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe von mir selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>&#8222;Elfenmond&#8220; wurde gleich nach Erscheinen als &#8222;Geheimtipp&#8220; im Bereich deutsche Fantasyliteratur gehandelt. Hatte es f\u00fcr dich pers\u00f6nlich auch den gew\u00fcnschten Erfolg gehabt und wie waren die Leserreaktionen gewesen?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Ja und nein. Elfenmond war von vornherein nicht als kommerzielles Projekt ausgelegt, auch wenn wir mittlerweile eine Auflage erreicht haben, f\u00fcr die sich auch ein kleiner kommerzieller Verlag nicht zu sch\u00e4men br\u00e4uchte. Die Leserreaktionen haben jedoch alles \u00fcberstiegen, was ich vorher f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. Von Autogrammw\u00fcnschen bis Hasstiraden war alles dabei. Ich habe sehr viele neue Bekanntschaften geschlossen und mu\u00dfte feststellen, da\u00df Luna, Ivo und Dvorkin in den K\u00f6pfen von anderen ein Eigenleben entwickelt haben. Es ist ein wunderbares Gef\u00fchl zu merken, wie die in meinem stillen K\u00e4mmerlein entstandenen Romanfiguren f\u00fcr v\u00f6llig Fremde zu guten Freunden geworden sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Dein Roman &#8222;Elfenmond&#8220; spielt in der von dir erschaffenden Welt &#8222;Nosbador&#8220;, welche du sehr detailiert in deinem Roman darstellst. Wie kamst du auf die Idee zu &#8222;Nosbadur&#8220; und zu deinem Roman &#8222;Elfenmond&#8220;? Ergab es sich gegenseitig, oder war es eine schon lang geplante Idee gewesen?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Seit etwa 13 Jahren f\u00fcllt die Elfenmondwelt diverse Schubladen in meinem Schreibtisch. Sie hat mittlerweile nicht nur eine eigene Geschichte unz\u00e4hlige V\u00f6lker, Rassen, Legenden, ein Pantheon, W\u00e4hrungssysteme, Gesetzb\u00fccher, Regierungsformen und \u00e4hnliches, sondern auch eine Lebendigkeit erreicht, die mich selbst h\u00e4ufig \u00fcberrascht. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis ich aus diesem Schatz Romane produziere. Nat\u00fcrlich kann sich in jedem Roman nur ein kleiner Teil dieser Hintergrundtiefe widerspiegeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>2000 erschien &#8222;Elfenmond&#8220; und jetzt zwei Jahre sp\u00e4ter findet die &#8222;Welt von Elfenmond&#8220; mit deinem neuen Roman &#8222;Cvon&#8220; ein weiteres Abenteuer. War diese Zeit eine Zeit der Ruhe und des &#8222;Abstand gewinnen&#8220;, oder ging es damals gleich weiter mit der Planung und Umsetzung von &#8222;Cvon&#8220;?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Nein, da gab es keine Pause. Die ersten Kapitel von Cvon waren bereits fertig, bevor Elfenmond den Buchhandel erreichte. Die lange Zeit bis zur Fertigstellung von Cvon h\u00e4ngt mit einigen gr\u00f6\u00dferen beruflichen Projekten zusammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Ist &#8222;Cvon&#8220; als Fortsetzung von &#8222;Elfenmond&#8220; zu sehen, oder eher ein f\u00fcr sich eigenes Werk welches v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von &#8222;Elfenmond&#8220; ist?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Cvon ist &#8211; wie ich finde &#8211; eine vollkommen andere Art von Fantasy-Roman als Elfenmond und bestimmt keine Fortsetzung. Allerdings tauchen einige Charaktere wieder auf, die in Elfenmond ihr Deb\u00fct hatten und ein Teil der Handlung ist hier bereits angelegt. Man k\u00f6nnte also sagen, da\u00df es Verbindungen zwischen beiden gibt; sie sind aber beide v\u00f6llig unabh\u00e4ngig voneinander lesbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>&#8222;Cvon&#8220; bringst du ebenso wie schon &#8222;Elfenmond&#8220; als Eigenverleger heraus. Gibt es hierzu einen speziellen Hintergrund?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Ich selbst verdiene mein Geld als Journalist und Fachbuchautor und h\u00e4tte vermutlich nicht wirklich ein Problem, einen Verlag f\u00fcr meine B\u00fccher zu finden. Allerdings besteht ein immenser Unterschied zwischen &#8222;Verlag finden&#8220; und vom &#8222;Verlag gefunden&#8220; werden.<\/p>\n<p>Wenn man in der heutigen Verlagslandschaft ein Buch anbietet, hat man Gl\u00fcck, wenn sich \u00fcberhaupt jemand die M\u00fche macht, einen Abstract zu lesen oder gar das Manuskript anzufordern. Wenn man dennoch mit viel Klinkenputzen und M\u00fche zum Vertragsabschlu\u00df kommen sollte, \u00fcbersieht man in der Euphorie h\u00e4ufig das, worum es eigentlich geht: Man l\u00e4\u00dft sich f\u00fcr ein paar 1000 Euro Rechte f\u00fcr ein Werk abkaufen, an dem man nicht nur Monate, sondern vielleicht sogar Jahre gearbeitet und Herzblut investiert hat. Als Newcomer mu\u00df man sich mit einem Standardvertrag abgeben, der einem so gut wie jedes Mitspracherecht nimmt.<\/p>\n<p>Man mu\u00df dann zusehen, wie es lieblos als Massenartikel und ohne R\u00fccksicht auf Verluste ausgebeutet wird.<\/p>\n<p>Wenn das, was man geschaffen hat, gef\u00e4llt, wird der Verlag ohne die eigene Einwilligung andere Autoren in der eigenen Welt schreiben lassen und diese &#8211; je nach angeblichem Publikumswillen &#8211; verbiegen. Man wird Titelbilder und Klappentexte verwenden, die man nicht beeinflussen kann und Werbespezialisten, die das Buch nicht gelesen haben, werden sich &#8222;markige&#8220; Spr\u00fcche einfallen lassen.<\/p>\n<p>Schlu\u00dfendlich entscheidet der Verlag \u00fcber den Werbeaufwand f\u00fcr das Buch und damit auch \u00fcber seinen Erfolg. Ich k\u00f6nnte das nicht. Meine Figuren und meine Welt sind zu lebendig f\u00fcr mich, da\u00df ich sie f\u00fcr ein paar Euro oder aus Geltungssucht verramschen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Mein Weg ist also umgekehrt. Ich entwickle meine Welt alleine weiter, hole mir handverlesene Mitstreiter ins Team und baue eine kleine Bibliothek auf. Und wenn die B\u00fccher so gut sind, wie ich denke, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ein Lektor \u00fcber uns stolpern und uns als Geheimtip behandeln. Aber dann wird es der Verlag sein, der an uns herantritt, nicht umgekehrt. Ich bin dann kein Bittsteller, sondern kann dann &#8211; gewisserma\u00dfen auf Augenh\u00f6he &#8211; verhandeln. Meine Geschichten werden nur dann in einem Verlag herauskommen, wenn ich meine Sch\u00f6pfung weiter in der Hand behalten kann.<\/p>\n<p>Aber auch wenn sich niemals ein Verlag findet, werden wir dar\u00fcber nicht gramgebeugt sein. Denn in erster Linie schreiben wir f\u00fcr uns selbst und f\u00fcr die immer gr\u00f6\u00dfer werdende Lesergemeinde, die den Elfenmond-Touch lieben gelernt hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Was hat man aus der &#8222;Welt von Elfenmond&#8220; in Zukunft zu erwarten, wie sind hierzu deine Pl\u00e4ne?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>In diesem Jahr steht ersteinmal der zweite Teil von Cvon &#8211; also des Ushovar-Zyklus &#8211; und eine Anthologie auf dem Programm. Im n\u00e4chsten Jahr gibt es dann den dritten Teil des Ushovar-Zyklus und hoffentlich eine weitere Anthologie. Die weitere Planung ist noch nicht ganz sicher. Vermutlich unterbreche ich den Ushovar-Zyklus dann f\u00fcr einige Zeit, um eine Fortsetzung f\u00fcr Elfenmond zu schreiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Auch die von dir gemeinsam mit Dor\u00e9e Hirsch und Illona Etu geschriebene Anthologie &#8222;Succubus&#8220; spielt in der &#8222;Welt von Elfenmond&#8220;, nur dass ihr hier ein Werk von erotischer Fantasy geschaffen habt. Wie kamt ihr auf die Idee, dass ihr gemeinsam eine Anthologie mit erotischer Fantasy schreibt?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Urspr\u00fcnglich war es Dor\u00e9es und Illonas Idee, einen Band mit erotischer Fantasy zu produzieren. Die beiden haben schon viele erotische Geschichten geschieben und so war es wohl nur naheliegend, dies auch auf den Fantasy-Sektor zu \u00fcbertragen. Ich selbst war zun\u00e4chst eigentlich nur daf\u00fcr zust\u00e4ndig, das Ganze zu redigieren und das Buch zu gestalten. Doch dann sind mir selbst auch zwei Geschichten aus der Tatstatur &#8222;geh\u00fcpft&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Zusammen mit deinen Autorenkolleginnen Vera Magnus, Dor\u00e9e Hirsch und Illona Etu hast du das Projekt &#8222;Fantasy-Buch.de&#8220; umgesetzt. Wie entstand das Projekt, was steckt hinter der Idee von &#8222;Fantasy-Buch.de&#8220; und welche Ziele habt ihr?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Ich denke, da\u00df jeder noch nicht sehr bekannte Autor die gleichen Probleme auf dem Buchmarkt hat &#8211; einen Teil hatte ich vorhin schon beschrieben. Wenn man sich aber entschlie\u00dft, B\u00fccher selbst zu vermarkten, kommt man als &#8222;Einzelk\u00e4mpfer&#8220; nicht weit. Es ist f\u00fcr den Leser kaum m\u00f6glich, anhand des Covers in der gro\u00dfen Schw\u00e4mme der Mittelm\u00e4\u00dfigkeit gutes von weniger gutem zu unterscheiden. Dies gilt umso mehr f\u00fcr Produktionen von Selbstverlegern, weil jeder Autor nat\u00fcrlich von der Qualit\u00e4t seines Werkes \u00fcberzeugt ist und die Qualit\u00e4tssicherung durch einen Verlag wegf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Wir brauchten also eine Plattform, die zugleich Qualit\u00e4tssiegel und Vermarktungswerkzeug ist. Die Qualit\u00e4t erreichen wir durch ein strenges Auswahlverfahren &#8211; in unser Team kommen nur Autoren, die von den Gr\u00fcndern als &#8222;sehr gut&#8220; eingesch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p>Jedes Buch wird dann vom ganzen Team vermarktet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Guido, wird es unter der Regie von &#8222;Fantasy-Buch.de&#8220; weitere gemeinschaftliche B\u00fccher von dir und den anderen Autoren von &#8222;Fantasy-Buch.de&#8220; geben?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Oh, das will ich doch sehr hoffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Welche Motivation hast du beim Schreiben, \u00fcberwiegt der Anspruch oder die Unterhaltung, ist es eine Gratwanderung?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Weder noch. Ich glaube, wenn man bewu\u00dft &#8222;Unterhaltung&#8220; produzieren will ist das Ergebnis immer genauso mies, als wenn man bewu\u00dft &#8222;anspruchsvolle Literatur&#8220; schreibt. Ein guter Fantasy-Roman bietet eine Reise in eine andere Welt an, da kann man weder erhobene Zeigefinger noch seichte Unterhaltungsversuche brauchen. Es mu\u00df glaubw\u00fcrdig sein.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich habe eine Art &#8222;Film&#8220; im Kopf, der sich auf geheimnisvolle Weise von selbst abspult. Ich mu\u00df ihn dann nur noch aufschreiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Stand f\u00fcr dich eigentlich immer fest, dass du irgendwann einmal B\u00fccher schreiben wirst oder gab es ein Schl\u00fcsselmoment in deinem Leben welcher dich zu diesem Weg gef\u00fchrt hat?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Vermutlich war es schon immer klar &#8211; wenn auch nicht f\u00fcr mich &#8211; da\u00df ich eines Tages auch B\u00fccher schreiben w\u00fcrde. Elfenmond wurde durch den Frosch &#8222;Ivo&#8220; Realit\u00e4t. Er entstand aus Jux innerhalb einer Nacht und hat mich dann nicht mehr in Ruhe gelassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Gibt es Autoren und B\u00fccher, welche du f\u00fcr dich als Vorbilder siehst?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Nein, ich halte auch nicht viel von Vorbildern. Jeder Autor sollte seinen eigenen Stil und seine eigenen Geschichten finden und nicht versuchen, wie jemand anders zu schreiben. Ich mag Robert Asprin und Jack L. Chalker, aber auch Elaine Cunnigham oder Dan Simmons.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Einige deutsche Verlage beklagen das es sowenig gute Nachwuchsautoren im Bereich Fantasy und DarkFantasy gibt, einige Autoren hingegen beklagen die mangelnde Unterst\u00fctzung durch die Verlage. Wie siehst du die derzeitige Lage im Bereich deutschsprachiger Fantasyliteratur?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Meine Sichtweise ist nat\u00fcrlich durch meine Perspektive als Autor bestimmt. Ich kann mir wohl vorstellen, da\u00df es nicht einfach ist, gute Autoren zu finden. Ich weigere mich jedoch zu glauben, da\u00df dies ausgerechnet in Deutschland noch schwieriger als anderswo sein soll.<br \/>\nIch glaube, da\u00df es die Verlage jahrzehntelang vers\u00e4umt haben, sich mit dem deutschen Nachwuchs zu befassen und sich jetzt wundern, da\u00df es kaum bekannte Fantasy-Schreiber aus Deutschland gibt. Man hat halt in der Vergangenheit einfach die bereits erfolgreichen B\u00fccher aus den USA importiert und sich so viel Arbeit und Risiko erspart. Und auch jetzt sind die Verlage alles andere als bereit, auf neue Autoren zuzugehen. Noch immer fehlen vielen Verlagen die Kapazit\u00e4ten, jedes eingesandte Manuskript oder Abstract auch lesen zu k\u00f6nnen. Da gibt es Verlage, die einen Autor schon deshalb ausschlie\u00dfen, weil er es gewagt hat, eines seiner Werke als Book on Demand zu verbreiten. Kaum ein Verlag nutzt das Internet f\u00fcr gr\u00fcndliche Recherchen nach guten Autoren.<br \/>\nNach meinen Erfahrungen aus den letzten beiden Jahren h\u00e4tte ich kein Problem damit, f\u00fcnf bis sechs Autoren zu nennen, nach denen sich jeder Verlag die Finger lecken m\u00fc\u00dfte, aber die meisten davon haben ihre Ver\u00f6ffentlichungstr\u00e4ume inzwischen ausgetr\u00e4umt.<br \/>\nDie Verlage sollten ihre Autoren weniger als Lieferanten ansehen, sondern eher als K\u00fcnstler, die selten auch perfekte Marketingleute und Selbstverk\u00e4ufer sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Fantasy ist in Deutschland leider ja immer noch ein &#8222;Nischenthema&#8220; und entsprechend gering ist auch der Buchanteil in Buchhandlungen. Hast du auch schon erlebt, dass man dich als Genreautor bezeichnet hat und wie bist oder w\u00fcrdest du damit umgehen?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Nein, ich bin noch nicht als Genreautor bezeichnet worden. Meine Reaktion hinge sicher davon ab, ob es abwertend gemeint war oder nicht. Grunds\u00e4tzlich sehen ich Fantasy-Autoren nicht als schlechter oder anspruchsloser an, als andere Autoren. Viele Science Fiction- und Fantasy-Romane haben mittlerweile ein Niveau erreicht, da\u00df sich hinter der &#8222;sch\u00f6ngeistigen&#8220; Literatur bestimmt nicht zu verstecken braucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Schriftstellerei, 3D-Animation, Webdesign, Fotographie, Journalismus, nur um ein paar Punkte zu nennen mit denen du dich befasst. Bleibt da noch Zeit f\u00fcr sich selber?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Die Zeit, die ich damit verbringe, ist zugleich Zeit f\u00fcr mich. Unt\u00e4tigkeit treibt mich die W\u00e4nde hoch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Was fasziniert dich selber an Fantasy?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Das ist schwer zu sagen. Das mystische vielleicht. Es mu\u00df ein gro\u00dfartiges Gef\u00fchl sein, Magie oder die Gegenwart eines Gottes zu sp\u00fcren. Als Autor kann man mit unendlichen M\u00f6glichkeiten spielen; uralte Wesen, andersartige Kulturen&#8230; Ich denke, da\u00df Fantasy das vielseitigste aller Genres ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Was ist momentan dein pers\u00f6nliches Lieblingsbuch?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Es f\u00e4llt mir schwer, ein spezielles Lieblingsbuch auszuw\u00e4hlen, da gibt es viele. Derzeit lese ich &#8222;Tangled Webs&#8220; von Elaine Cunningham und bin sehr begeistert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Guido, eine letzte Frage. Dein gr\u00f6\u00dfter Traum f\u00fcr die Zukunft?<\/p>\n<h5>Guido Krain:<\/h5>\n<p>Eine T\u00fcr finden, die in die Elfenmondwelt f\u00fchrt. ;o)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Chris Weidler:<\/h5>\n<p>Guido, ich danke dir sehr f\u00fcr dieses Interview und f\u00fcr den guten und sehr netten Kontakt mit dir. Ich w\u00fcnsche dir f\u00fcr Zukunft alles Gute f\u00fcr dich und deine Romane.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Original: Fantasyguide.de Chris Weidler: Journalist, Autor, Webmaster und Verleger, Guido Krain zeichnet sich durch seine Vielf\u00e4ltigkeit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/krain.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1200"}],"collection":[{"href":"http:\/\/krain.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/krain.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/krain.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/krain.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1200"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/krain.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1200\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1202,"href":"http:\/\/krain.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1200\/revisions\/1202"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/krain.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1200"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}